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Australienreise Teil 7

Hervey Bay / Fraser Island

Weg zum Basin LakeNachdem ich schon 2 Wochen in Brisbane war und eher wenig unternommen hatte, entschied ich, dass es mal wieder Zeit sei, zu reisen. Da ich mit meinem ledierten Becken angeblich besser nicht tauchen gehen sollte und auch Bungee Jumping erst mal "out of the question" war (wie mir von ärztlicher Seite geraten wurde), bleibt an der Ostküste nicht viel übrig, was man sonst machen kann. Ich fuhr nach Hervey Bay, etwa 200 km nördlich von Brisbane und allgemein als das Tor zu Fraser Island bekannt. Denn genau dort wollte ich hin: Fraser Island! Die größte Sandinsel der Welt, bedeckt von tropischem Regenwald, umgeben von giftigen Meerestieren und eigentlich vollkommen ohne Menschen. Die Beschreibungen in den einschlägigen Reiseführern hatten mich neugierig gemacht. Und ich dachte mir, eine 3 Tägige "Safari" in meinem Lieblingsgefährt, einem troop carrier, könnte ich mir zumuten.
Am Basin LakeIch buchte also einen Bus von Brisbane nach Hervey Bay. Da dies nur eine kurze Strecke ist, saß ich gerade Mal 7 Stunden im Bus. Doch dies waren wirklich interessante 7 Stunden, denn die Landschaft sah so total anders, als das Australien, dass ich bisher größtenteils gesehen hatte. Da es nämlich ja die gesamte letzte Woche eigentlich überall an der Ostküste mehr oder weniger geregnet hat, gabs es viel Wasser überall. Die Landschaft hier ist extrem hügelig und dicht bewaldet, hat aber auch offene Ebenen mit kleinen Seen und sehr, sehr viel Grün überall. Das war so ganz anders, als die rötliche Wüste, die ich bisher meistens gesehen hatte. Unterwegs gabs einen Stopp an einem Roadhouse, dass an einem großen See liegt, an dem viele Wasservögel standen und tranken, inmitten saftig grüner Hügel, wirklich schön. Nächster Halt waren Noosa (eine sehr beliebte Ferienstadt mit künstlichen Inseln, Villen und allem was das Herz begehrt) und Rainbow Beach. Letzteres ist vor allem bei Backpackern beliebt. Es liegt ewig weit weg von allem (an der Küste, Nahe dem südlichen Ende von Fraser Island), soll aber schönen, einsamen Strand haben, an dem man bei bestimmtem Lichteinfall einen Regenbogen sehen soll.
Blick vom Indian HeadAbends bin ich dann in Hervey Bay angekommen, das Örtchen nennt sich Gateway to Fraser Island und das ist eigentlich auch der einzige Zweck des Orts. Nichts desto Trotz ziemlich schön. Das ganze ist eine etwa 12 km lange Bucht, die hauptsächlich schönen Sandstrand hat. Danach kommt eine Düne und über die gesamte Buchtlänge ein schmaler Park mit Toiletten, Duschen und BBQ Facilities. Und allzuviel los ist hier auch nicht (zumindest im Dezember). Als ich dort ankam war Sonntag (und außerdem noch Schulferien), was macht also die typische australische Familie? Sie packt die Kinder und mates (Freunde) ein, nimmt reichlich Fleisch und Bier mit und zieht in einen schönen öffentlichen Park um dort ein BBQ zu veranstalten. Deshalb gibt es in jedem Park public Facilties (also Grills), die jeder benutzen darf. Und selbst an diesem Sonntag sind nicht alle dieser BBQs besetzt.
Blick 2Die Stadt sonst besteht in der ersten Bau-Reihe aus sog. Queenslandern, kleinen, alten Häusern mit Veranda und auf Stelzen und ein paar Motels und Hostels, aber eigentlich nichts höher als 3 Stockwerke. In den weiteren Reihen kommen dann nur noch schöne alte Häuser. Wenn man so in die kleinen Quer und Parrallelstraßen guckt, sieht das ganze so aus, wie ich mir amerikanische Südstaaten vorstelle. Also immer breite hügelige Straßen, keine Fußwege, aber sehr breite Grünstreifen und kleine, alte Häuser mit Veranda und sowas. Außerdem ist seit gestern das Wetter auch wieder besser.
Am Sonntag waren es hier wieder 30 bis 35 Grad und kein Regen in Aussicht. Das heißt, ich kann dann vielleicht Dienstag oder Mittwoch meine Tour nach Fraser Island machen und mich solange hier amüsieren. Dafür habe ich bei Fraser Roving, einem ziemlich großen Hostel aber mit Pool und Bar, einquartiert und mich für eine der Hosteleigenen Safaris angemeldet.
Blick auf die Champagne PoolsDas läuft dann so ab, dass das Hostel immer 8 oder 9 Leute sammelt und ihnen einen troop carrier gibt, mitsamt allen Sachen, die man braucht, also camping gear, driving permits für Fraser und alles. Nur Lebensmittel muss man noch kaufen. Am Abend vor der Abfahrt findet dann ein Briefing statt, an dem man sich in der Gruppe kennenlernen kann und plant, was man für die nächsten 3 Tage einkaufen muss, da es auf der Insel selbst gar so gut wie nix zu kaufen gibt, außer Ice Cubes. Außerdem werden Filme gezeigt über das richtige Verhalten auf Fraser Island, und das Fahren auf Sand. Denn auf Fraser wird nur auf tiefen, weichen Sandtracks (mit 30 km/h) oder am Strand (mit 80 km/h). Wichtig ist auch, dass man nur zu bestimmten Zeiten am Strand fahren kann (Flut) und wie wichtig es ist, dass man nicht durchs Salzwasser fährt (Auto rostet weg). Dabei hilft einem das Itinerary, das der Gruppe sagt, wo auf der Insel man wann ungefähr sein soll. Außerdem wird man ständig darauf hingewiesen, dass das Füttern von Dingos (also den australischen Wildhunden) unter Strafe steht, und dass die Viecher verdammt gefährlich sein können, wenn man sie falsch behandelt. Ab und an werden vor allem Kinder von Dingos angegriffen und manchmal sogar getötet. Am nächsten Morgen ist dann um 8 Uhr Autoübergabe (einen Guide gibt es ja nicht, ist schließlich eine Self-Drive-Safari, in der einem nur Auto und Campingausrüstung gestellt werden) und danach einkaufen bei Woolies. Um 10 Uhr sollte dann die Fähre nach Fraser Island losfahren, allerdings wurde es eine halbe Stunde später, weil es extrem stürmisch war an und die Faehre nicht so wirklich sicher anlegen konnte, ohne gleich weg getrieben zu werden. Um 11 sind wir dann aber endlich auf Fraser angekommen und haben den ersten Schock (ich zumindest, manche aus meiner Gruppe waren aber schonmal hier): Hier ist wirklich überall nur Sand, viel Sand! Troop Carrier von obenAlso Allrad rein (ohne kommt man auf der ganzen Insel nirgendwo hin) und Straße - oder besser: Furche im Sand und Loch in der Vegetation - gesucht. Dumm bloß, dass es auf der Insel nur 2 km asphaltierte Straße gibt, der Rest besteht aus sandigen Tracks, die mal härteren, mal softeren Sand haben. Also ackern wir uns durch den Sand einmal quer durch die Insel, um auf die Ostseite zu kommen. Auf der Westseite darf man sich nicht wirklich aufhalten, weil der Sand dort so weich ist, dass man garantiert festsitzt und nicht mehr rauskommt. Also fahren wir durch den Regenwald und halten an einem Ort an, der sich Central Station nennt (wohl weil er in der mitte der Insel liegt), und der ein paar Facilities hat (also es gibt Toiletten, Trinkwasser und public BBQs (damit ist Central Station einer von genau 4 Orten auf FI, wo es Toilleten gibt). Außerdem gibt es einen schönen Wanderweg durch den Wald zu einem kleinen See. Ich hab ja nie gewusst, dass der Regenwald wirklich so in Stockwerken aufgebaut ist, wie das in den Erdkundebüchern immer aufgemalt ist. Aber er ist es wirklich. Nach 30 Minuten kommten wir dann zum kleinen Basin Lake, in den wir uns dann auch gleich reinschmeissen, weil wir auf dem Weg hier hin so geschwitzt haben, dass wir eh nass waren. Auf dem Weg zurück konnten T-Shirt und Hose dann wieder trocknen.
Blick vom indian Head ins WasserDer Teil der Gruppe, der nicht mitgelaufen war, hatte inzwischen den Trinkwasserkanister aufgefüllt. Wir aßen hier noch zu Mittag und danach ging es weiter mit 30 km/h durch die Inlandtracks (wo 30 oft schon zu schnell ist, ein motherpothole ist nichts gegen Löcher in Sandtracks!) hin zum seventy-five mile beach (eben weil er 75 Meilen lang ist). Dort kann man bei Ebbe sehr bequem fahren, dann ist der Sand nämlich einigermaßen trocken und fest und man darf sogar bis zu 80 km/h fahren! (Mein Lieblingssatz aus dem Briefingvideo: "Der Strand ist eine Straße! Liegen Sie nicht auf Straßen herum!!" und in der Tat ist das auch nicht wirklich ratsam, weil Autos da lang brettern und einen nicht sehen können. Abgesehen davon gibts eh nix zu tun am Strand, baden geht mal wieder nicht, diesmal nicht wegen Quallen [nicht nur, die gibts hier zwar auch, aber nicht so häufig], sondern viel mehr wegen nicht so freundlichen Sharks, die es hier massenhaft geben soll, angeblich steht die Chance gefressen zu werden, wenn man hier ins Wasser geht bei 180%) Also brettern wir den Strand runter, unserem ersten Stop entgegen: Eli Creek.
Creeks sind kleine, schnellfließende Bäche die aus dem Inland ins Meer fließen. Man kracht also am Strand ständig mit dem Auto durch kleine Bäche. Eli Creek ist nun ein ziemlich großer davon (2 Meter breit und bis zu 50 cm tief), dort kann man schwimmen und sich von der Strömung zum Strand treiben lassen, wenn man ein Stück landeinwärts geht und sich dann in das kristallklare Wasser schmeisst. Sehr schön und erfrischend, erst Recht bei Wetter wie unserem von 35C! Nach einer angemessen langen Schwimmpause ging es dann am Strand weiter Richtung Norden zum Indian Head, einem beliebten Ausguck von dem man angeblichauf Haie, Delphine und was noch so im Wasser schwimmt, sehen können soll. Gut, wir haben nix im Wasser gesehen, dafür aber ein tollen Blick auf die Insel gehabt, nach dem wir erstmal nach oben gekraxelt waren. Übrigens ist der Indian Head die einzige wirklich feste Gegend auf der Insel. Die Felsen hier sind von Vulkanen übrig geblieben, alles andere ist halt nur Sand, den man nie los wird. Er ist im Essen, in der Kleidung, im Schlafsack, überall, aber man gewöhnt sich dran, wenn man erst einmal aufgegeben hat, gegen ihn zu kämpfen.
Blick auf Indian HeadAls wir weiter fahren wollen und uns einen Unterschlupf für die Nacht suchen wollen bleiben wir auf einem schmalen Verbindungsstück zwischen den 2 Seiten des Indian Head zum ersten Mal stecken. Also alles raus aus dem Auto und ausgraben. Sand vor den Rädern wegschaufeln und den Sand, in der Mitte unterm Auto wegschaufeln und hoffen, das es klappt. Glücklicherwiese sind wir fast die einizgen, die zu dieser Zeit da lang wollten, deshalb halten wir niemanden auf, während wir buddeln. Nach einer sehr schweißtreibenden Viertelstunde sind wir dann wieder frei und können am Strand weiterfahren und einen Platz für unsere Zelte suchen. Nicht so einfach, denn meistens ist das Zelten verboten, damit die Dünen nicht zerstört werden, und wo man Zelten darf, sind oft schon andere. Wir finden schließlich einen Platz neben ein ein paar Australiern (die jedes Jahr zum Angeln mit ganzer Familie für eine Woche dort ihr Lager aufschlagen - die hatten alles dabei, sogar ein Bioklo, auf das wir aber natürlich niemals drauf gehen dürfen. Als es eines der japanischen Mädels aus meiner Gruppe versucht, gibts gleich Anschiss)und richten unser Camp ein/auf und machen unser BBQ auf dem Grill. Wir sind so müde, dass wir schon um 9 ins Bett gehen und dafür am nächsten Morgen um 6 aufstehen.
Das Wrack der MahenoIch wache gegen halb 6 auf, weil ein Sonnenstrahl direkt in mein Zelt fällt. Draußen ist es warm und sonnig und ich beschließe aufzustehen und mir irgendwo einen Platz zu suchen, an dem ich mich erleichtern kann. Ich dachte, ich hätte am Vorabend eine Toiellette in einiermaßen erreichbarer Nähe gefunden und laufe in die Richtung am Strand entlang los. Leider finde ich auch nach einer halben Stunde noch nichts und laufe deshalb wieder zurück, vorbei an unzähligen Campern hinter Dünen, Prilen am Strand und Vogelgezwitscher. Als ich unser Camp erreiche sind bereits alle auf und damit beschäftigt, die Zelte abzubauen und Frühstück vorzubereiten. Nach einem zügigem Frühstück geht es nocheinmal nach Norden. Wir wollen zum Waddy Point und den dortigen Champagne Pools, der einzigen Stelle auf Fraser, in der man im Meer baden kann, weil Felsen die fiesen Haie abhalten. Wir kämpfen uns also wieder mal den Strand entlang und durch durch zwei tiefsandige Verbindungstracks. Doch heute scheint nicht unser Tag zu sein, wir bleiben fast in jedem Track stecken. Auch verschieden Methoden helfen nicht viel, ob mit Schmackes durch den Sand, oder vorsichtig, ob kontrolliert oder einfach drauf los, wir stecken wieder 3 Mal fest. Zweimal können wir uns relativ schnell befreien (bis 15 Minuten), doch einmal liegen wir dort, wo wir gestern schon feststeckten, zusammen mit mindestens 4 anderen im Sand. Wir versuchen Holz zum Unterlegen zu finden, doch es gibt so gut wie nichts brauchbares, also schaufeln wir mit bloßen Händen und mit Schaufeln eien ganze Stunde lang und begutachten, wie andere Gruppen es versuchen - allerdings meist nicht wirklich erfolgreich - wobei 10 Meter vorwärts schon ein kleiner Erfolg sein können (bei einer Gesamtstrecke von 200 Metern aber nur ein kleiner Anfang). Ungläubig guckt man dann nur noch, wenn man die wenigen Austrlier auf der Insel sieht, die augenscheinlich mehr Erfahrung im Fahren von 4WD Autos haben und mal kurz locker und lässig im Slalom an uns allen vorbei fahren ohne stecken zu bleiben. Irgendwie fies! Na ja, nach einer guten Stunde graben, lachen, schieben und literweise Wasser schwitzen sind wir dann auch wieder frei.
Zum Glück ist die Auffahrt zum Parkplatz der Champagne Pools mit Holzbohlen unterlegt, so dass wir ohne Probleme hochkommen. Wir bereiten unser Luch vor und gehen danach die unzähligen Stufen nach unten um dort uz Essen und zu baden. Die Champagne Pools sind eine Reihe von Felsbecken, die vom Meer durch Felsbrecher abgeschirmt sind. Bei Flut strömt das Wasser herein und erreicht eine Hohe von bis zu 1,80m. Normalerwiese kann man aber überall bequem gehen und stehen. Bei Ebbe hingegen ist so gut wie kein Wasser in den Pools. Doch wir haben Glück, es ist Flut und reichlich Wasser vorhanden. Wir bleiben fast 5 Stunden an den Pools, da die Flut das Zurückfahren am Strand sowieso verhindert. Auf der Hinfahrt war es schon schwierig genug, nicht ständig im Salzwasser zu fahren.
Auf dem Parkplatz beobachten wir eine Gruppe Backpacker, die es doch tatsächlich geschafft hatte, sich auf dem Parkplatz festzufahren und mit Gewalt versucht hat, sich zu befreien. Dummerweise haben sie sich nur noch tiefer eingegraben und dabei auch noch ihr Kühlmittel überhitzt, weshalb ihr Auto furchtbar stinkt und qualmt. Für die Busfahrer der Tour Companies natürlich ein gefundenes Fressen sich über Backpacker lustig zu machen. Nach ein paar Stunden Pause können aber auch diese Leute weiter fahren. Auf dem Parkplatz gibt es das einzige Klo in der weiteren Umgebung. Es ist ein Bioklo ohne Wasser. Die Fäkalien fallen also in ein tiefes Loch und wenn es sein Muss, wird mit der dabei (bzw. schon vorher) entstanden Flüssigkeit nachgespült. Das ist dann so eine Art modernes Plumpsklo mit Urinspülung...
Eli Creek Nachdem wir also lange bei den Champagne Pools verweilt hatten und uns auch auf der Rückfahrt wiederholt vom Sande befreit hatten, ging es zum nächsten Highlight: Dem Schiffswrack der Maheno, einem ehemaligen Luxusdampfer, der früher (Anfang des 20. Jahrhunderts, die Strecke Sydney - Tasmanien gefahren ist. Als er alt und klapprig wurde, wollte man ihn als Metallschrott an die Japaner verkaufen, allerdigns geriet das Kreuzfahrtschiff beim Transport nach Japan 1935 in einen Zyklon und lief auf FI auf. Eli Creek mit MenschenSeitdem liegt das Wrack dort direkt am Strand und rostet vor sich hin, nachdem es im 2. Weltkrieg der australischen Luftwaffe als Testziel gedient hat. Heute sieht man nur noch die 2 obersten Decks, der Rest ist im Sand verschwunden. Aber auch das ist schon beeindruckend genug. Wir hielten also an und schossen ein paar Fotos, bevor wir weiter zum Eli Creek fuhren. Da waren wir zwar gestern schon mal, aber das macht ja nix. Da wir heute eh nicht mehr viel geschaffgt hätten, gingen wir einfach nochmal dort Schwimmen und Pause machen, bevor wir uns einen Platz für die Nacht suchten. Nochmal wollten wir die Australier nicht belätigen (die mochten unsere Anwesenheit gestern wohl nicht so doll) und suchten deshalb frühzeitig nach besserem. Wir fanden schließlich auch ein gutes Stück südlich von Eli Creek wieder hinter eine Düne einen schnuckeligen Platz wo wir unsere 3 Zelte aufstellen konnten. Da wir gestern schon unsere Frischfleischvorräte vernichtet hatten (wäre sonst kühlungstechnisch schwierig geworden), gab es heute planmäßig Spagehetti zum Dinner. Nach einigen Bieren und netter unterhaltung gingen wir wieder relativ früh schlafen um für den Dritten und letzten Tag auf FI gerüstet zu sein.
Der nächste Morgen begann nahezu wie der letzte, mit sehr frühem Aufstehen und dem Ausnutzen der milderen Temperaturen. Unser erstes Highlight des Tages sollte Lake Wabby sein. Lake Wabby ist angeblich der tiefste See auf FI, niemand soll jemals seinen Grund erreicht haben. einsamer Mann am CreekEli CreekSeine Hauptattraktion ist allerdings, dass er jedes Jahr mehr von einer sich ausdehnenden Sandwüste zugeschüttet wird. Jedes Jahr verleirt der See so 2,5 Meter. Zuerst hatten wir geplant, vom Strand zum See zu wandern, da jemand aus der Gruppe diesen Weg vor Jahren schon einmal gegangen war. Es wäre etwa 1 Stunde durch den Wald auf wenig ausgeschilderten und wenig sichtbaren Wegen zum See gegangen. Allerdings wurde uns das nach einer halben Stunde zu anstrengend und da wir nicht genau wussten, wo wir waren, kehrten wir lieber wieder um. Statt dessen fuhren wir über enge Inland Tracks zum Parkplatz des Sees, so verpassten wir zwar die Gelegenheit, auf Plastiktüten die Sanddünen herunterzurutschen, aber dafür hätten wir die ja hinter auch wieder hoch gemusst... Von dort aus war es nur noch ein kurzer Weg zum See. Vom Ausguck hoch über dem See konnte man wunderbar den See und die ihn einschließende Sandwüste sehen. Nachdem wir uns noch einmal mit einer Cola gestärkt hatten, machten wir uns auf den mühsamen Weg zum See. Zuerst ging es Berg runter durch den Wald, dann am besten barfuß eine riesige Sanddüne herauf und die gleiche wieder herunter zum See. Doch auf Sanddünen laufen ist bekanntlich sehr anstrengend (zwei Schritte hoch, einen runter rutschen), so dass wir froh und zufrienden waren, als wir uns im See schwimmend erfrischen konnten.
Lake McKenzieEli CreekNach einer verdienten Pause fuhren wir auf Sand Tracks - immer den großen 4WD Bussen der Companys ausweichend - 30 km weiter zum Lake McKenzie. Für diese 30 km braucht man aber auch schon mehr als eine Stunde. Der Lake McKenzie ist gemeinhin als das Highlight von Fraser Island bekannt, weil er der größte und blaueste Süßwassersee auf FI ist. Dementsprechend voll war auch der Parkplatz. Doch der See war wirklich fantastisch, mit großen weißen Sandstrand (von dem man aber nur einen kleinen Teil "zertrampeln" durfte) und Wasser, das in allen Blautönen schimmerte. Hier verbrachten wir schöne Stunden, teilweise am Strand liegend, teilweise mit Bierdosen im angenehm warmen Wasser liegend, bis es Zeit für uns wurde, zurück zum Fähranleger zu fahren. Da der Anleger fast 60 km weg war, dauerte diese Fahrt über huckelige einspurige Pisten fast 2 einhalb Stunden. Am Anleger mussten wir noch ein wenig warten, bis uns die Fähre wieder sicher nach Hervey Bay brachte, wo wir unser Auto zurückgeben und durchchecken lassen konnten und unsere Zimmer bezogen.

Ich wollte noch 2 Tage bleiben, bis ich mich auf den Rückweg nach Brisbane machen wollte, um dort Weihnachten und Silvester zu verbringen. Denn immerhin kannte ich in Brisbane im Hostel ein paar Leute, Weihnachten würde also nicht ganz ohne bekannte Gesichter ablaufen. Die verbliebenen Tage in Hervey Bay vergingen mit viel Nichtstun und so landete ich auch schon schnell wieder zurück in Brisbane im Homestead.

Doch dazu mehr auf der nächsten Seite...


Brisbane I (Anfang Dezember)   Brisbane II (Ende Dezember)